Donnerstag, 9. Mai 2013

#Kapitel 42#

Auch wenn Daniele und ich uns wieder vertragen hatten, haben nicht gerade viel in der Schule miteinander geredet. Wenn er mich aber anschaute, versuchte ich ihm meine Angst nicht zu zeigen. Ja, ich hatte noch Angst, dass er was für Paula fühlen würde, aber ich versuchte es zu unterdrücken. In der letzten Stunde saß ich nur auf meinem Platz und starrte aus dem Fenster. "Frau Mosser, hören Sie auf rumzuträumen. Das können Sie auch zu Hause machen!" Ich drehte mich sofort um und entschuldigte mich beim Lehrer. "Hey, Lawi. Was ist denn los?", hörte ich Alisa neben mir flüstern. Ich zuckte nur mit den Schultern, denn ich wollte mich auf den Unterricht konzentrieren, was leider nicht sonderlich gut klappte, weil Alisa mich die ganze Zeit in die Seite pieckste, damit ich endlich sagen sollte, wieso ich so abwesend war. Endlich klingelte es und ich war die Erste, die aus der Schule rausrannte. Ich hörte hinter mir noch Robins meinen Namen rufen, aber ich drehte mich nicht um. Ich rief Kevin an, dass er mich abholen kommen sollte und nichtmal 5 Minuten später war er da. "Danke für's Abholen. Ich hab keinen Bock Bus zu fahren." Er nickte nur und fuhr schnell mit mir nach Hause. Paar Male vibrierte mein Handy. Es waren SMSen, aber ich wollte grad mit keinem reden oder schreiben. Ich rannte sofort ins Haus und die Treppen hoch in mein Zimmer. Erneut vibrierte mein Handy. Ich hatte keinen Bock mehr und zog meine Weinflasche unter'm Bett hervor, machte mein Handy aus und setzte mich mit der Flasche gemütlich auf's Bett. Immer wieder nahm ich einige Schlücke und dachte über den heutigen Schultag nach. Plötzlich kam mir wieder Paula in den Sinn und ich nahm ein Kissen und warf es gegen die Tür. "Man! Musste sie unbedingt bei ihm aufkreuzen?! Sie soll bloß die Finger von ihm lassen!" Und dann wurde ich mir bewusst, was ich da sagte. Ich war tierisch eifersüchtig und versuchte diese Eifersucht, die Wut und die Angst mit Alkohol runterzuspülen. Sofort legte ich die Flasche wieder unter mein Bett, putzte mir schnell die Zähne und rannte die Treppen runter. "Kind, willst du nicht mal was essen?" "Nein, hab keine Zeit! Muss rüber zu Daniele!" "Nein, Lawi! Du bleibst jetzt .." Noch bevor meine Mama ihren Satz zu Ende bringen konnte, warf ich die Tür hinter mir zu. Ich tropfte leicht, obwohl vor 30 Minuten noch die Sonne schien. Dann fiel mir auch noch auf, dass ich mein Handy Zuhause gelassen hatte. Trotzdem rannte ich in Richtung Danieles Haus und spürte diese Enrgie, die ich durch den Satz vorher bekommen hatte. 'Sie soll bloß die Finger von meinem Freund lassen ...' Dieser Satz hatte mich richtig motiviert und endlich stand ich vor seinem Haus. Ich klingelte einige Male, aber niemanden öffnete die Tür. Ich ging in den Hintergarten, aber auch dort war keiner. 'Hmm, wo könnte er denn .. Ach ja, beim Bahnhof!' Ich rannte schnell zum Bahnhof und hörte auch Danieles laute Stimme. Er schien wieder mal betrunken zu sein und man hörte ihn seinen Kumpel anschreien. Da bekam ich es doch etwas mit der Angst zu tun.

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