Freitag, 8. Februar 2013
#Kapitel 37#
Er kam mir immer näher, nahm mein Gesicht in seine Hände und küsste mich vorsichtig. Ja, dieses Gefühl liebte ich einfach. Auch ich war noch vorsichtig und wollte gerade etwas leidenschaftlicher werden, als er stoppte und mich unsicher ansah. "Und noch was .. Du bist erst 15, also bin ich selber unsicher, nicht dass ich etwas falsch mache bei dir." Ich schaute ihm tief in die Augen und küsste ihn wieder kurz. "Okey, Schluss mit ernsten Gesprächen. Obwohl, eine Frage hätte ich da noch .. Wer wr heut Morgen an der Haustür?" Er sah mich zunächst fragend an, aber dann sah er nervös nach unten. "Ja?" Er spielte mit seinen Hosenbändern und schaute mich nach wie vor nicht an. "Daniele, jetzt rede!" Er schaute zu mir hoch und sagte leise: "Das war .. meine Ex. Ihr Name ist Paula und sie war hier, weil sie das mit uns beiden mitgekriegt hat." "Wie lang ist das mit euch her?" Er dachte kurz nach und antwortete: "Ca. ein halbes Jahr, wenn nicht sogar nur 4 Monate. Sie labbert jetzt etwas von 'Was bist du mit der zusammen, aber nicht mit mir?' oder auch 'Pass brav auf sie auf, sonst wirst du schon sehen!' und grinste dabei dreckig. Ich hatte keinen Bock auf sie, also schmiss ich sie wieder raus." Ich wollte ihm wirklich wirklich glauben, aber irgendwas ließ das nicht zu. "Du glaubst mir doch, oder?" "Sei mal ehrlich, hat sie sonst echt nichts mehr gewollt?" Er schüttelte den Kopf und sah mich flehend an. "Ich will dir doch wirklich glauben, Schatz, aber irgendwas stimmt nicht." Er sah immer noch ziemlich nervös aus und das war das, was mir Angst machte. "Sag mir sofort, was sie wollte, sonst geh' ich!" Er sah zu Boden und ich stand einfach auf und wollte zur Tür laufen, aber er hielt mich am Arm fest. "Daniele, lass mich!" "Nein, ich will dir sagen, was sie noch wollte, aber setz dich bitte, Lawinia." Ich seufzte und setzte mich nochmal neben ihn. "Sie kam mit der Behauptung, dass sie nie Schluss gemacht hätte und ich das falsch verstanden hätte. Auf gut deutsch: Sie will mich zurück, besser gesagt hat sie mich angeblich niemals losgelassen. Es ist wirklich so!" Es klang glaubwürdig, also nickte ich einfach nur und sah ihn an. "Daniele, schau mich mal an!" Er sah langsam hoch, aber versuchte trotzdem so ein wenig den Blickkontakt zu vermeiden. "Daniele!" "Es tut mir doch leid! Sie kam plötzlich wieder, was soll ich jetzt machen?" "Mir in die Augen schauen und sagen, dass du sie nicht mehr liebst!" Aber statt mich anzuschauen, nuschelte er nur: "Ich liebe sie nicht mehr!" Ich schüttelte den Kopf und stand auf. "Pass mal auf, bis du dir über deine Gefühle nicht im Klaren bist, will ich dich nicht mehr sehen! Ich gehe und schaue, ob ich bei Alisa unter komme." Ich schnappte mir meine Tasche, meine Klamotten und mein Handy und rannte einfach aus dem Haus. Er folgte mir nicht mal. Ich wählte Alisas Nummer und schon ging sie ran. "Hey, Süße." "Hey. Alisa, kann ich bei dir schlafen? Hab mich mit Daniele gezofft." "Na klar, aber was ist denn passiert?" "Erklär' ich dir bei dir Zuhause. Danke und bis gleich." Ich legte auf und rannte los. Es war erst Mittag, also überlegte ich, ob ich nicht doch noch bissl durch die Gegend streifen sollte. Ich entschied mich dafür und lief in Richtung Bahnhof.
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