Freitag, 11. Januar 2013

#Kapitel 12#

Ich machte mir schon ein wenig Sorgen, nicht dass er krank oder so war. Ich schaute ihn immer wieder an, aber drehte meinen Kopf weg, wenn er mich ansah. Irgendwann waren wir fertig und wir hörten eine Autotür von draußen. Sofort wussten, wir dass es Alisas Eltern waren. Wir schmissen die Jungs hinten rum raus und rannten in Alisas Zimmer. Dort schmissen wir wieder die PS3 an und zockten bissl zusammen. Ihre Eltern kamen hoch und begrüßten uns. "Und, wurde es sehr spät?" "Joa, schon." "Danke übrigens, dass sie an Stelle meiner Eltern in der Schule angerufen haben. Meine Eltern hätten das aus diesem Grund niemals für mich gemacht." Frau Sanja lächelte und verließ mit ihrem Mann das Zimmer. "Deine Eltern sind doch voll nett. Was erzählst du immer für eine Scheiße?" "Ja, wenn Gäste da sind, natürlich! Aber sobald ich wieder alleine mit ihnen bin, werde ich wegen jedem Dreck angeschrien. Meistens renne ich dann auch einfach nach draußen und komme spät nach Hause, wodurch ich noch mehr Ärger kriege, weil sie sich angeblich Sorgen um mich gemacht hätten." Wir brachen das Spiel ab und gingen runter. "Mama, wir gehen bisschen raus. Könnte spät werden!" "Ok, viel Spaß, Spatz!" "Jaja", nuschelte Alisa vor sich hin. Wir gingen zum Pausenhof der Grundschule bei ihr in der Nähe und gammelten auf der Schaukel. "Kann es sein, dass Robin auf dich steht, Lawi?" Ich sah sie total erschrocken an. "Was? Wieso sollte er? Wie kommst du drauf?" "Naja, er ist gerne in einer Nähe und er schaut dich immer so süß an. Auch beim Essen, ist dir das nicht aufgefallen?" Ich schüttelte nachdenklich den Kopf. Ich sah auf den Boden. "Aber du stehst auf ihn, oder?" Sie glotzte weiterhin den 'interessanten' Boden an, aber bewegte sich nicht. "Alisa, sag doch was .." "Ja, du hast Recht! Ich mag ihn ziemlich doll, aber er steht ja auf dich. Also kann ich das gleich aus meinem Kopf entfernen." Dieser Satz klag so traurig. Ich hätte damals nicht gedacht, dass sie auch weinen kann, denn das tat sie in dem Moment. Ich stand auf, reichte ihr meine Hand und zog sie zu mir nach Hause. "Lawi, deine Eltern! Die wissen doch gar nicht, dass du nicht in der Schule bist!" Ich zuckte nur mit den Schultern, denn ich wusste, dass sie erst gegen Mittag Zuhause sein würden. Wir gingen rein und ich zog sie in mein Zimmer. "Was wollen wir hier?" "Du musst mir jetzt erzählen, was du so an ihm magst. Bei dir können wir darüber nicht reden, Süße." Ich schaute nur auf den Boden und man sah wieder eine Träne. "Also gut ... Vor zwei Jahren habe ich ihn durch meine Cousine kennengelernt. Sie ist vor knapp einem Jahr weggezogen. Auf jeden Fall war ich auch mal brav und alles. Er hat mir sozusagen geholfen, dass ich mein Image wechselte. Deshalb wollte ich dir auch helfen, denn ich weiß, dass das geht!" Ich nickte und hörte ihr aufmerksam zu. "Er hatte damals ziemlich Stress mit Daniele. So hab ich auch ihn kennen und hassen gelernt. An einem Nachmittag nach der Schule fuhr ich nach Hause und Daniele hat mich total bescheuert angemacht, weil ich auf seinem Platz saß, das kennst du ja." Ich erinnerte mich zurück, als er mich so angemacht hatte deswegen. "Und das hat Robin mitgebekommen und dann ist er einfach auf Daniele zugelaufen und hat ihm seine Faust ins Gesicht gedrückt. Dani ist voll auf den Boden geflogen und alle haben ihn ausgelacht. Ich war da noch nicht richtig in Robin verknallt, aber ich fand das so toll, als er mir da geholfen hat. Irgendwann wurde es immer stärker und er wurde auch zu meinem besten Freund, dem ich alles erzählte. Auch, dass ich verliebt sei, aber natürlich nicht in wen ..." Sie wischte sich die letzten Tränen weg und versuchte zu lächeln. "Echt krass. Hätte ich nicht von ihm gedacht." Sie schüttelte den Kopf, als plötzlich ihr Handy klingelte.

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