Sonntag, 20. Januar 2013

#Kapitel 24#

Es war erst 15 Uhr und ich hatte keinen Plan, was ich hätte machen können. Ich dachte immer noch nur an ihn und machte mir Musik an. Es lief gerade 'Drunk in the morning', als ich plötzlich auch so eine Lust auf etwas zu Trinken bekam. Ich weiß, mit 14 ist sowas natürlich wieder mal schlecht, aber hey .. Es heißt doch immer Y.O.L.O! Deshalb schlich ich mich nach unten und zum Glück waren alle im Wohnzimmer. Ich suchte nach der Weinflasche. Dieser Wein sah nicht wie Wein aus, eher wie Kirschsaft oder etwas anderes. Ich nahm mir die noch halbvolle Flasche mit nach oben (natürlich leise) und pflanzte mich auf mein Bett. Ich trank nicht alle auf einmal, obwohl man den Alk gar nicht rausschmeckte. Ich ließ mir Zeit, aber bekam einen großen Schrecken, als es an meiner Zimmertür klopfte und Kevin in mein Zimmer kam. 'Können die mich etwa niemals in Ruhe lassen?' Ich wollte gerade noch die Flasche verstecken, aber es war zu spät und er sah mich total schockiert an. "Sag mal, was wird denn was, wenn es fertig ist?" "Siehst du doch! Los, sag es doch der Mama und dem Papa! Ich scheiß grad völlig drauf. Ich will doch nur, dass ihr mich mal alle in Ruhe lasst, verdammt nochmal!" Er sah mich noch schockierter an, nickte mit dem Kopf und ging rückwärts wieder raus. Ich wusste, dass ich vielleicht übertrieben hatte, aber ich wollte echt einfach nur meine Ruhe. *Gluck*, schon trank ich einen weiteren Schluck. Irgendwann war die Flasche natürlich leer und ich legte sie neben mein Bett. Es war 15:45 Uhr und ich hatte große Langeweile. Wieder hörte ich 'Drunk in the morning', aber dieses Mal konnte ich ja leider nichts mehr trinken. Ich ging wieder auf Facebook und besuchte Danis Profil. Ich mochte sein Profilbild, weil er da so süß und unschuldig aussah. Dann kam mir plötzlich wieder unsere erste Begegnung in den Sinn. Da war er ja so ein richtiger Badboy und heute habe ich ihn gesehen und konnte Verletzbarkeit in ihm sehen. Er hat sich irgendwie verändert, aber ich war mir nicht sicher, denn vielleicht wollte ich ihn nur so sehen und in Wirklichkeit war er gar nicht so. Mein Kopf tat schon richtig weh von diesen ganzen Gedanken. Vielleicht lag es auch am Wein, ich wusste es nicht. Aber mein Kopf wollte einfach nicht aufhören, deshalb hörte ich andere Musik. Diese Musik hörte ich nicht so oft, denn es war sowas wie Emomusik. Nein, ich war/bin kein Emo, aber diese Musik tat mir einfach gut und ich wusste, dass es auch Menschen gab, die mich verstehen. Dieser Mensch hieß Casper. Ih hörte alle seine Lieder durch und griff zur Flasche, bis mir auffiel, dass sie ja leer war. Ich hörte noch den ganzen Nachmittag diese Musik. Am Abend hatte ich keinen Hunger, deshalb ging ich nur schnell unter die Dusche und sprang ins Bett. Ich sah mir noch ein letztes Mal Danieles Bild an und klappte dann den Lappi zu. Ich war nicht müde, aber versuchte trotzdem zu schlafen. Ich schloss meine Augen, schaltete mein Gehirn und dachte dran, dass am nächsten Tag Wochenende war. Es war 21 Uhr und ich ging schon schlafen. Und endlich, ich konnte schlafen.

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