Freitag, 18. Januar 2013

#Kapitel 22#

Wir gingen ganz langsam runter und schon erkannte ich, dass meine Vermutung stimmte. Daniele stand tatsächlich vor der Tür und redete mit meiner Mutter. Katja ging ganz runter und meine Mutter fragte: "Oh, Katja. Wo ist Lawinia?" "Oben in ihrem Zimmer." Meine Mutter gab Dani ein Zeichen und schon ging er auf die Treppe zu. Ich rannte so schnell wie nur möglich die Stufen hoch und verkroch mich unter meiner Decke. Die Tür war offen und ich hörte ein leises Klopfen am Türrahmen. "Ja?" Er kam rein und setzte sich auf mein Bett neben mich. "Hey, Kleines. Wie geht's dir?" Ich zuckte nur mit den Schultern und hielt mir meinen Bauch. "Alisa hat schon gesagt, was los ist." Ich riss die Augen auf und hatte echt Schiss, dass sie ihm mehr erzählt hat als sie sollte. Er sah auf den Boden und dann sah er mich mit glänzenden Augen an. "Sag mal, hast du eigentlich Angst vor mir?" Ich schüttelte den Kopf. "Denkst du, dass ich dich hasse?" Das war das, was mir verriet, dass sie es ihm erzählt hat. Ich schaute ihn nicht mehr an, sondern schaute an ihm vorbei. "Lawi, denkst du das wirklich?" Ich rührte mich kein Stück und hoffte, dass er nicht weiter nachfragen würde. "Bitte, sag doch was. Ich weiß, dass mein Image beängstigend sein kann und, dass ich auch vielen Menschen rumhacke, aber ich hasse dich wirklich nicht." Ich schaute ihn immer noch nicht an. Nein, davor hatte ich zu große Angst. Irgendwann drehte er aber meinen Kopf so, dass ich in sein Gesicht schauen MUSSTE. "Du weinst ja, Kleines. Aber wieso?" Ich nahm seine Hände und legte sie neben ihn. "Ich weiß es doch selber nicht! Es geht mir auch nicht so gut und deshalb möchte ich, dass du bitte gehst. Ich will mich ausruhen. Tut mir leid." Er sah mich entsetzt an und stand auf. Er stand mit dem Rücken zu mir und sagte: "Ich weiß, ich bin ein Badboy, aber auch Badboys können Gefühle haben." Mit diesem Satz verließ er mein Zimmer und ich hörte noch, wie er die Haustür zuknallte. Jetzt kamen die Tränen, die ich versucht hatte zu unterdrücken. 'Was hatte ich da gerade getan? Ich dachte, ich wollte, dass er mich mag.' Ich kletterte wieder aus meinem Bett und lief die Treppen runter in die Küche. Gleich fing meine Mutter an zu schreien: "Hat dieser Junge keine Manieren?! Knallt auch noch einfach die Tür zu, so eine Frechheit!" "Mama, lass ihn! Er war wenigstens so nett und hat mich besucht." Sie sagte gar nichts mehr, deshalb nahm ich mir die Schlüssel, zog meine Vans an und schrie noch: "Ich gehe raus spazieren! Wenn was ist, ich hab mein Handy dabei." Ich knallte die Tür zu und steckte mir die Kopfhörer in die Ohren. Ich lief nur zwei Kreuzungen weiter und schon sah ich Dani, wie er an einer Wand lehnte und rauchte. Die Art zu Stehen erinnerte mich daran, als er über Robin  gelabbert hat. Ich wollte umdrehen, aber er hatte mich schon gesehen und rief: "Lawinia, bleib mal bitte stehen!"

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